Heidis Geschichte hat mich inspiriert, und da wir im April keinen Nachbarschaftsmord hatten, poste ich jetzt meine Geschichte als Gegenstück zu “Löwenzahn”.
Immer, wenn ich es mir gerade im Liegestuhl gemütlich mache, fängt dieser Blödmann an, seinen Rasen zu mähen. Neulich meinte er doch tatsächlich, ich solle den Löwenzahn in meiner Wiese schneiden, bevor die Samen zu ihm rüberwehen. Ich liebe aber dieses strotzende Gelb des Löwenzahns und erst recht die wundervollen Samenkugeln, aus denen sich kleine Fallschirmchen lösen, wenn man sie anpustet. Eines Morgens, als ich aus dem Fenster auf meine kleine Wiese schaute, war sie braun, so als hätte es seit Monaten nicht geregnet.
Mir war sofort klar, was da geschehen und wer das gewesen war. Natürlich würde er alles abstreiten, sollte ich ihn zur Rede stellen. Aber warte, Bürschchen! Das lasse ich mir nicht bieten.
Ich beobachtete ihn von da an genau. Als ich sicher sein konnte, dass er einige Zeit nicht zu Hause war, brach ich seinen Geräteschuppen auf und bastelte an seinem Elektro-Rasenmäher. Bei der nächsten Mäh-Aktion wird mein Nachbar einen elektrischen Schlag bekommen, der sich gewaschen hat. Das wird er nicht überleben. Ich freue mich schon darauf, endlich in Ruhe in meinem Liegestuhl zu liegen und Krimis zu lesen.
Rita Hausen
















